GESELLSCHAFT HARMONIE

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Vision und Tradition in der Musik von Bloch, Bartók und Messiaen

Das Quartett für das Ende der Zeit - namensgebend für das Konzert - ist einachtsätziges kammermusikalisches Werk in der ungewöhnlichen Besetzung Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier von Oliver Messiaen (1908 - 1992).

Messiaen, 1939 zum Kriegsdienst berufen, kam1940 als Kriegsgefangener in das Stammlager VII/A der Wehrmacht in Görlitz. Der dortige Lagerkommandant und spätere Konzertpianist und Professor für Klavier an der Nordwestdeutschen Musikakademie, Franzpeter Goebels, ermöglichte Messiaen zu komponieren. Die Besetzung des Stückes war den im Lager internierten Musikern geschuldet - die Uraufführung fand vor 400 Lagerinsassen statt.

Messiaens Stück verweist nicht nur im Titel auf die Offenbarung des Johannes (X,1-5). Es ist genuiner Ausdruck seiner spirituellen und tief dem Glauben verhafteter Musik. "Indem es in Melodie und Harmonie eine Art tonaler Allgegenwärtigkeit verwirklicht, nähert es den Zuhörer der Ewigkeit im Raum oder im Unendlichen" (O.Messiaen)

Im ersten Teil des Konzertabends sind Stücke zweier weiterer Komponisten des 20.Jahrhunderts zu hören: Ernest Bloch und Béla Bartók. Blochs Drei jüdische Gedichte sowie Béla Bartóks Kontraste verweisen beide auf die Herkunft ihrer Schöpfer.

Während Ernest Bloch (1880 - 1959), in der Schweiz geboren, aber vor allem in den USA wirkend, bereits vor dem Ersten Weltkrieg Stücke schuf, die von jüdischer, liturgischer, aber auch von jüdischer Volksmusik geprägt sind, verarbeitet Béla Bartók (1881 - 1945) in den Kontrasten für Violine, Klarinette und Klavier unterschiedlichste Stile, läßt selbst csárdásartige Töne, also ungarische Volksmusik vorkommen nicht ohne sie mit ganz anderen Ansätzen hin bis zur Zwölftonmusik zu kontrastieren.

Bericht über das Konzert für die Gesellschaft Harmonie in Bamberg


Die erste Veranstaltung der Gesellschaft Harmonie  im neuen Jahr 2016 fand am Samstag,  den 16. Januar im Spiegelsaal der Harmonie statt. Trotz vieler Konzerte, Lesungen usw. zum gleichen Zeitpunkt fanden ca. 90 Zuhörer den Weg zum Schillerplatz, einige auch von weiter weg, aus Forchheim und Schwabach, die das Konzert so beeindruckend fanden, dass sie es zum zweiten Mal hören wollten.
Die Musikstücke des Abends standen unter dem Thema „Das Ende der Zeit – Vision und Tradition in der Musik von Bloch, Bartok und Messiaen“.  Das Quartett besteht aus drei Musikern aus England, dem Pianisten Daniel Grimwood, der Geigerin Nazrin Rashidova, der Cellistin Sarah Oliver und dem Klarinettisten Dr. Christoph Windisch aus Roth, Soloklarinettist des Bayerischen Ärzteorchesters.                                                                     
Nach einer Einführung von Frau Hertel-Köhler zu den für manche immer noch sehr modern klingenden Stücke begann das Konzert mit drei Sätzen von Ernest Bloch, From Jewish Life, sowie mit drei Sätzen von Béla Bartók, Kontraste für Violine, Klarinette und Klavier.
Nach der Pause erklang das Hauptstück des Abends, Olivier Messiaens Quartett für das Ende der Zeit, das im Kriegsgefangenenlager in Görlitz entstanden  und fast genau vor 75 Jahren dort uraufgeführt worden ist. Diese acht Sätze wurden so beeindruckend gespielt, dass die Zuhörer erst nach einer Weile einen begeisterten Applaus spendeten.

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