GESELLSCHAFT HARMONIE

zu BAMBERG

Gesellschaft Harmonie Bamberg Logo

Konzert zum Abschluß des Jubiläumsjahres mit dem Trio Franconia

 

Konzertveranstaltung der Gesellschaft Harmonie am 18.11.2016



Der Reigen der hervorragenden und abwechslungsreichen Veranstaltungen der Gesellschaft Harmonie im 225. Jahr der Gründung wurde am 18. November durch ein Kammerkonzert mit dem Trio Franconia abgeschlossen. Mit rund 125 Mitgliedern und Gästen war es gut besucht.


Die drei Künstler sind in Bamberg wohlbekannt: die Pianistin Tomoko Ogasawara, der Geiger Bart Vandebogaerde, Erster Konzertmeister der Bamberger Symphoniker, und der Solocellist der Bamberger Symphoniker Mathias Ranft.


Das Programm bestand, zumindest im ersten Teil, aus Werken, die einige Zuhörer wohl noch nicht so häufig gehört hatten. Am Beginn stand das einsätzige Trio élégiaque in g-moll von Sergej Rachmaninoff. Die melancholische Grundstimmung, ein besonderes Merkmal des Komponisten, zieht sich durch das ganze Stück vom leisen, doch nervösen Beginn durch das Klavier, weitergegeben an das Cello, dann an die Violine und wieder zurück an das Klavier, das später die einzelnen Motive durch perlende Läufe und vollgriffige Akkorde zusammenhält bis zur Beruhigung und zum Verklingen am Schluss.


Dagegen wirkte das zweite Werk, Ravels Trio a-moll, heiter und gelöst, obwohl diese Komposition mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs begonnen wurde. Vielleicht wollte sich Ravel bewusst dagegen absetzen, indem er eher romantische Assoziationen weckte, wie im ersten Satz die untermalenden auf- und absteigenden Arpeggien im Klavier, ebenso wie im Finale, wo es nach einem starken Aufbäumen zu einem beruhigten Abschluss führt. Der zweite Satz, Pantoum, wirkt durch einen stark unterschiedlichen Rhythmus wie in der Volksmusik von Ravels baskischer Heimat. Heftige Rubati und technische Finessen führen zu einer großen Steigerung. Und im dritten Satz, Passacaille, greift er wiederum auf eine alte Form, der barocken Passacaglia, zurück: Über einem dunklen Bassthema der linken Hand im Klavier wandern die Themen zum Cello und dann zur Geige, bis die Musik wieder zur Ausgangsstimmung zurückkehrt. Hier waren die Zuhörer besonders durch die Zwiesprache der beiden Streichinstrumente berührt.


Nach der Pause erklang Franz Schuberts Trio in Es-Dur, entstanden ein Jahr vor seinem Tod im Jahr 1828. Dieses tief romantische Werk kam wohl den Hörerfahrungen vieler mehr entgegen, sei es vom Aufbau oder von den Harmonien her, zumal es Anklänge an die bekannte „Winterreise“ enthält, die in eben dieser Zeit komponiert wurde. Die Künstler spielten sehr zupackend, in kraft-voller Steigerung, dann wieder tänzerisch und mit Wiener Charme. Obwohl der letzte Satz, das Finale Allegro moderato, extrem lang ist – das ganze Trio hat eine Spielzeit von fast einer Stunde -

hörten die Mitglieder der Harmonie gebannt zu.


Am Schluss gab es standing ovations für die beeindruckende Leistung der Musiker des Trio Franconia. Die Zuhörer wurden dafür mit dem Andante gracioso aus dem Klaviertrio c-moll von Johannes Brahms belohnt, was keine Wünsche offen ließ.



Marita Hertel-Köhler

 

Ort: Spiegelsaal der Harmonie
Datum: 19.11.2016
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Login  ⋅  Kontakt  ⋅  Datenschutz  ⋅  Impressum