GESELLSCHAFT HARMONIE

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Reise der Gesellschaft Harmonie Bamberg vom 11.6. - 20.6.2019

Sommerfahrt in die Auvergne und ins Perigord

Reiseeindrücke von Dr.Anne Hüther-Franckenberg und Dr.Rainer Franckenberg

Reisebericht

11.6.

Voller froher Erwartungen fuhren wir frühmorgens um 5.00 Uhr mit dem roten Spörlein Bus gen Karlsruhe, um dort unsere liebe Frau Dr. Peters einzusammeln. Natürlich durften leibliche Stärkungen auf der Fahrt nach Frankreich nicht fehlen.

Unser erster sehenswerter Stopp sollte die Abtei Notre Dame de Citeaux, die Gründungsabtei des Zisterzienserordens sein. Doch sie war leider zu, so dass wir nach einer Umfahrung der Anlage gleich weiter nach Beaune , unserem ersten Quartier, rollten. Hier besuchten einige das Hôtel Dieu, das ehemalige Krankenhaus mit seinem auffallend farbigen Dach und bewunderten das Polyptychon des Jüngsten Gerichts von Roger van der Weyden. In der Basilika Notre-Dame, ein Hauptwerk burgundischer Romanik, beschäftigten wir uns lange mit den herrlichen Tapisserien aus dem 15.Jhd., die vom Leben der Jungfrau Maria erzählen. Die unter einer Glasvitrine geschützte schwarze Madonna aus Nußbaumholz mit dem Jesuskind auf dem Schoß zählt zu den ältesten Ausstattungsstücken der Kirche.

Ein köstliches Abendessen rundete den Tag ab, bevor wir müde in unsere Betten fielen.

12.6.

Mit frischem Elan fuhren wir weiter nach Moulins, der einstigen Hauptstadt des Herzogtums der Bourbonen. In der Kathedrale Notre-Dame, einst Stiftskirche, beeindruckten uns die prächtigen bunten Fenster aus dem 15.und 16. Jhd., die Heilige und Stifter darstellen, aber vor allem das dreiteilige Altargemälde des Meisters von Moulins, einem grandiosen Werk der Spätgotik: Maria in der Glorie umgeben von Engeln, rechts davon der Heilige Petrus mit Stifter Pierre II. de Bourbon und links die Heilige Anna mit der Stifterin Anne de Beaujeu und ihrer Tochter. Im wunderschönen Grand Café im Art-Nouveau-Ambiente später erholten sich die Kräfte schnell.

Weiter führte unser Weg nach Vichy, Frankreichs bekanntestem Kurort. Prachtvolle Bauwerke aus der Belle Époque, Oper, Kasino, Wandelhallen und ein Kurpark vermittelten einen mondänen Eindruck. Damals hatte Napoleon III. die Stadt zu seiner Sommerresidenz erkoren und lange Zeit gehörte eine Kur in Vichy zum guten Ton. Heutzutage aber sind es eher Sportler, die die zahlreichen Sportanlagen nutzen. Eine Probe aus den Quellen mussten wir natürlich auch nehmen. Nicht so schlecht, wie erwartet, war die Meinung mancher.

Unser Zeitplan ließ uns viel zu schnell diese hübsche Stadt verlassen, nachdem wir noch um den verspielten Musikpavillon schlendern konnten. Das nächste Ziel war Mozac mit seiner auvergnatisch romanischen Abteikirche St. Pierre. Hier erwarteten uns wunderschön ausgearbeitete romanische Kapitelle mit christlichen, mythologischen und heidnischen Szenen und Figuren, zwei sogar in Augenhöhe (Apokalypse-Thema: Engel halten den Winden den Mund zu). Als weitere Kostbarkeit sahen wir den Reliquienschrein der Gründer von Mozac, des Hl. Calminius und der Hl. Namadie - vergoldet und mit Email verziert – und den schlichten Holzschrein des Hl. Austremomius.

In Clermont- Ferrand, dem Zentrum der Auvergne, bezogen wir nach einem verwirrenden Einchecken unser Quartier im Mercure für zwei Nächte. Ein leckeres Abendmenue ließ das Chaos schnell vergessen.

13.6.

Ein sonniger Morgen steigerte unsere Erwartungen an diesen Tag . Zuerst fuhren wir in das winzige Örtchen Volvic, jedem bekannt durch sein Mineralwasser. Aber auch der Abbau des schwarzen Lavagesteins darf nicht vergessen werden. Viele Kirchen u.a. die Kathedrale in Clermont- Ferrand wurden mit diesem widerstandsfähigen Stein gebaut. Hübsch machen sich auch Fassaden durch das Wechselspiel von hellem Sandstein und dem dunklen Volvicstein, wie auch hier an der ehemaligen romanischen Klosterkirche, in der es noch Kapitelle mit Engeln als Evangelisten und Tugenden zu entdecken gab.

Weiter brachte uns der Bus an den Fuß des Puy de Dôme, Grand Site de France und UNESCO-Weltnaturebe, dem markantesten Vulkankegel in der Chaîne des Puys (1465m). Hier ging es mit der Panoramabahn bei herrlicher Aussicht hinauf. Schon die Römer wussten diesen besonderen Ort zu nutzen, indem sie dem Götterboten Merkur einen riesigen Tempel bauten. Heute kann man die Ausgrabungsstätte besichtigen.

Im Gipfelrestaurant Le Resto d` Epicure erwartete uns als nächstes nicht nur eine großartige Aussicht, sondern ein superfeines französisches Essen.

Zurück in Clermont- Ferrand erkundeten wir nun zu Fuß die Stadt. Im alten Port-Viertel liegt die Basilique Notre-Dame-du-Port , eine der fünf romanischen Hauptkirchen der Basse Auvergne, die alle in rascher Folge innerhalb einer einzigen Bauphase entstanden sind und sich mehr oder weniger ähneln. Ihr Merkmal ist vor allem die pyramidale Bauform des Chorhaupts, d.h. rhythmisch aneinandergereihte Radialkapellen, Querriegel ( Massif barlong) und der achteckige Vierungsturm. Der helle Innenraum von Notre-Dame-de- Port beeindruckt mit schlanken Pfeilern, sprechenden Kapitellen und hohen Arkaden, die schon den Übergang zur französischen Gotik ahnen lassen. Die schwarze Madonna aus Nussbaumholz in der Krypta ist das Hauptpilgerziel dieser Kirche.

Weiter ging unser Weg zur Kathedrale, die durch die Farbe des schwarzen Volvic-Lavasteins sofort auffällt. Ihre Fassade aus dem 19. Jhd. stammt von Viollet-le-Duc. Nur die Krypta ist romanisch des sonst gotischen düsteren Kirchenbaus. In starkem Kontrast dazu stehen die wunderschönen farbigen Glasfenster und Rosetten.

14.6.

Heute ging es weiter in Richtung Périgord Auf dem Weg dorthin besuchten wir die nächsten drei Hauptkirchen der auvergnatischen Romanik. In dem auf einer Kuppe vulkanischen Ursprungs gelegenen St. Saturnin, einem „Les Plus Beaux Villages de France“, steht die kleinste von ihnen. Der achteckige Glockenturm hat als einziger der Hauptkirchen unbeschadet die Französische Revolution überstanden und dient somit Restauratoren gern als Vorbild. Im harmonischen Inneren fielen durchbrochene Stufen des Chorraums auf, die aus der Krypta mit den Reliquien das Kerzenlicht durchlassen.

St. Nectaire, der nächste Stopp, liegt auf einem Felssockel inmitten einer herrlichen Landschaft. Mönche aus La Chaise-Dieu erbauten im 12 Jhd. die Prioratskirche. Wunderschön ist die Ostseite mit der auvergnatischen Pyramide in ihrer Vielfarbigkeit. Die 103 Säulenkapitelle im Inneren mit biblischen Szenen aus Passion, Apokalypse, Höllenfahrt und jüngstem Gericht nahmen unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Ein weiteres Highlight war die auffallend lebendig wirkende Büste des heiligen Baudime, einem Gefährten St. Nectaires, aus vergoldetem Kupfer und die schlichte thronende Madonna aus Holz.

Da der Mensch nicht allein von der Kultur leben möchte und der Käsekenner unter St. Nectaire einen weichen, cremigen, nussigen Camembert mit leichtem Schimmel versteht, fuhren wir ins „Les Baladins“, um die Köstlichkeiten der Region präsentiert auf einer schwarzen Schieferplatte zu probieren. Zuvor ein Aperitif und danach eine Schlemmerei aus Himbeeren mit Sahne und Kuchenbröseln fehlten nicht.

Gut gesättigt steuerten wir darauf die Basilika von Orcival an, ein bedeutendes Ziel der Pilgerfahrt in der Auvergne. Ungewöhnlich ist das Fehlen der Westfassade, dafür ist die Ostseite im typischen auvergnatischen Pyramidenstil gigantisch. Bemerkenswert sind auch die erhaltenen Metallbeschläge der romanischen Türen. Die Kapitelle schmücken Blattwerk oder Abbildungen aus dem antiken Bestiarium. Die thronende Madonna von Orcival aus Nussbaumholz mit Rotgold und Silber überzogen wird hier als „Unsere Liebe Frau der Ketten“ verehrt. Eiserne Fußfesseln und Ketten von Gefangenen sind an der Außenmauer angebracht.

Unser Busfahrer Herr Müller überraschte uns dann draußen mit Kaffee und von seiner Frau gebackenen Kuchen. Herrlich!

Voller schöner Eindrücke bezogen wir am Abend für zwei Tage in Sarlat-la-Canéda unser Hotel.

15.6.

Der Tag begann mit Regen, doch vor einen Bummel über den quirligen Markt am Vormittag ließen sich die Wenigsten abhalten, um die leckeren kulinarischen Angebote des Perigord zu kosten oder gar zu kaufen. Interessant war hier auch die umgewidmete Kirche Sainte-Marie zur Markthalle. Sarlat mit seinen vielen kleinen Gassen, Winkeln und Bürgerhäusern aus der Renaissance-Zeit diente und dient hervorragend als Kulisse für so manchen Kinofilm. Hinter der Cathédrale St-Sacerdos steht noch die Lanterne des Morts, wo im Mittelalter bei Seuchengefahr ein Warnfeuer angezündet wurde.

Pünktlich am Mittag verzog sich der Regen, und wir fuhren zur Höhle Lascaux IV im Tal der Vézère, der sogenannten „Sixtinischen Kapelle der Steinzeit“. Die Hügel und Felswände aus Kalkstein rund um den Fluss sind von Höhlengängen durchzogen. Teilweise durchbrechen Spalten den Fels, machen ihn rissig und lassen unterirdische Grotten entstehen. Vor ca. 20 000 Jahren wählten die Cro-Magnon-Menschen unter vielen Höhlen Lascaux aus, um hier die bemerkenswerteste unterirdische Kultstätte der Vorgeschichte zu errichten. Sie bemalten die Wände mit Urrindern, Pferden, Wisenten, Hirschen, Steinböcken u. a., in dem sie auch Felswölbungen mit einbezogen. Viele geometrische Zeichen geben heute noch Rätsel auf. Seit der Entdeckung 1940 musste die Originalhöhle 1963 wegen touristischem Ansturm geschlossen werden, um die Wandmalereien vor Schimmelbefall zu bewahren. Heute ist Lascaux IV von außen ein modernes Gebäude aus Glas und Beton, das sich gut in die Landschaft fügt. Innen zeigt es die exakten Nachbildungen der Originalwände.

Nach dem Abendessen machte mancher noch einen Gang ins Städtchen bei Vollmond, um sich in Begleitung von Fledermäusen dem jetzt leicht gruseligem Zauber von Sarlat hinzugeben.

16.6.

Am nächsten Tag brachte uns der Bus entlang der Dordogne, einem naturbelassenen Paddlerparadies, in die Kleinstadt Souillac, zur romanischen Abteikirche Ste-Marie, einer Pilgerstation im Mittelalter auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Bekannt ist sie wegen ihrer Kreuzkuppel, aber vor allem wegen der Figurenreliefs im Innenraum. Sie stammen von dem romanischen Portal und wurden zum Schutz während der Religionskriege ins Innere gebracht. Durch die handwerkliche Perfektion der Figuren verfügen sie über eine große Ausdrucksstärke. Die Reliefplastik des Jesajas ist ein Meisterwerk unter den Skulpturen der Romanik. Man glaubt, durch das Schreiten der überkreuzenden Beine unter dem wehenden Gewand mit Bordürensaum den Propheten fast tanzend zu sehen. Rechts oberhalb der Jesaja-Figur steht der Bestienpfeiler, ursprünglich ein Trumeaupfeiler (Mittelpfeiler). Die Darstellung der Opferung des Isaak mit dem Sturzflug der herbeieilenden Engel auf seiner anderen Seite ist ebenfalls eine fantastische Bildhauerarbeit. Dazu kommt noch das Relief über dem Portal mit der Legende des Theophilus.

Über karge Kalkebenen ging es jetzt nach Rocamadour. Vom ehemaligen Hospitalet hatten wir einen fantastischen Blick auf die drei Ebenen des Örtchens an einem Steilfelsen oberhalb des Bachs Alzou . Unten liegt das Dorf mit der Großen Treppe zur heiligen Stadt. In der zweiten Ebene befinden sich sieben Gotteshäuser: Notre-Dame-de-Rocamadour, die über der Krypta des heiligen Rocamadour steht, die Basilika Saint-Sauveur (UNESCO-Weltkulturerbe „Jakobsweg in Frankreich“) und etliche Kapellen. Auf dem Gipfel des Berges steht noch eine Festung. Die Ursprünge der Wallfahrt gehen auf den Eremiten Amadour mit all seinen Legenden zurück. Das rustikale Gnadenbild der schwarzen Muttergottes in der Notre Dame ist jährlich Ziel vieler Pilger, die Votivschiffe sind Ausdruck dankbarer Rettung aus Seenot.

Nach so viel Wallfahrtinformation auf dem Kreuzweg begrüßte uns oben auf dem Plateau bei herrlichem Sonnenschein das traditionelle Harmonie-Picknick mit den köstlichsten Spezialitäten der Region.

Nach ausgiebigen Schlemmen fuhren wir weiter nach Conques, ebenfalls einem pittoresken Wallfahrtsort und Etappe auf dem französischen Jakobsweg (Via Podiensis). Hier schauten wir uns die romanische Kirche Sainte-Foy mit ihrem grossartigem Tympanon an. Sein Hauptthema ist das Jüngste Gericht mit dem thronenden Christus in der Mandorla. Das Kircheninnere besticht durch ungewöhnlich steile und hohe Wände und vor allem durch die wunderschönen modernen Glasfenster von Pierre Soulages, die in ihrer Strenge den Charakter der Romanik aufgreifen. Je nach Lichteinfall verändern sie ihre Farbe von weiß bis leicht orange.

Im Museum konnten wir noch vor dem größten erhaltenen Kirchenschatz des Mittelalters stehen, vor allem die mit Edelsteinen geschmückte Reliquienstatue der heiligen Fides fand allgemeine Bewunderung.

Bei herrlichem Abendlicht ging es durch das Lot-Tal nach Entraygues-sur-Truyère. Hier wurden wir in idyllischer Natur von Monsieur aufs herzlichste empfangen.

17.6.

Mit schwerem Herzen trennten wir uns heute von diesem bezauberndem Ort an der alten Römerbrücke, aber Frau Dr. Peters wollte uns eine Besonderheit zeigen: die Kirche Saint- Pierre in Bessuéjouls auf der Via Podiensis gelegen. In diesem romanischen Kirchlein kamen wir über zwei enge Wendeltreppen hoch in die Michaeliskapelle mit einem karolingischen Altar nebst Drachentötermotiv aus dem 9. Jhd. Auf den Kapitellen konnten wir Fabelwesen und filigrane karolingische Flechtbandmuster ausmachen.

Als nächstes brachte uns der Bus zur Kirche Saint-Hilarian-Sainte-Foy de Perse in Espalion, ebenfalls romanisch und auf der Via Podiensis gelegen. Hier faszinierte uns die Darstellung des Pfingstfestes und des Jüngsten Gerichts im Tympanon, wobei der Bildhauer die üblichen Seiten mit den Verdammten und Geretteten vertauscht hatte. Auffallend war auch der Glockenturm mit seinen vier Bögen, aber nur einer einzigen Glocke.

Weiter ging die Fahrt über das steinig karge Plateau d` Aubrac mit seinen gleichnamigen Rindern, die durch ihre schwarz umrandeten Augen auffallen. Köstliches erwartete uns dann in einem „buron“ (Almhütte): Aligot, frischer Tommekäse mit Kartoffelbrei. Schon die alten Jakobspilger stärkten sich damit bei ihrer Wanderung über diese einsamen Höhen. Ein Blick in das alte Hospiz in Aubrac, einem mächtigen Gebäude aus Tuffstein, rundete den Eindruck dieser Gegend ab.

Eine längere Fahrt brachte uns schließlich zu unserem Quartier nach Le-Puy-en-Velay mit den drei markanten Vulkankegeln in der Stadt.

18.6.

Ungetrübter Sonnenschein begleitete uns bei dem schweißtreibenden Aufstieg über 268 Treppenstufen zur Kapelle Saint-Michel d` Aiguilhe auf einem Lavakegel. Diese kleine Kirche – Ziel vieler Pilger - nimmt fast die ganze Spitze ein und passt sich in ihrem Grundriss perfekt dem vorhandenen Platz an. Trotzdem kann man sie umrunden. Der Blick in die Landschaft war atemberaubend. Das mozarabische Portal von Saint- Michel besteht aus verschiedenfarbigen Steinen und führt in einen fast höhlenartig wirkenden Innenraum. Die Deckenmalerei soll das himmlische Jerusalem darstellen. Archaische Kapitelle vervollständigen den Eindruck eines mystischen Ortes. Auch uns nahm dieser Ort sofort gefangen.

Als nächstes stiegen wir auf den Rocher Corneille mit der 22 m hohen Marienstatue der Notre-Dame-de-France. Einige Unermüdliche kletterten bis ins Innere der roten Madonna mit Kind. Die Statue wurde 1860 aus 213 Kanonen des Krimkrieges gegossen. Natürlich belohnte auch hier ein toller Blick.

Nach einer verdienten Mittagspause trafen sich alle wieder vor der Kathedrale Notre-Dame-de-l´Annonciation (UNESCO- Welterbe). Über die große Freitreppe gelangten wir wie alle Pilger direkt ins Innere zur Schwarzen Madonna im Chor. Le Puy ist eines der ältesten Marienwallfahrtszentren. Wir sahen den heidnischen Fieberstein, verbaute Reste römischer Reliefs, schweinslederne Türen mit Beschlägen, Fresken, eine riesige Orgel, prächtige Portale und den wunderschönen Kreuzgang. Wie auch schon in der Fassade der Kathedrale wurden hier in den Arkaden schwarzer Vulkanstein, heller Sandstein und rotes Terrakotta zu schönen Mosaiken verbaut. Im Skulpturenschmuck der Kapitelle entdeckten wir wieder christliche, weltliche und auch heidnische Motive.

Viele schöne Eindrücke hinterließ dieser herrliche Tag.

19.6.

Mit gepackten Koffern steuerten wir heute die gotische Abteikirche La Chaise-Dieu an. Hier erklärte uns ein freundlicher älterer Mönch, der durch seinen Humor die unerwartete Kälte der Kirche vergessen ließ, die erhaltenen Fragmente des beeindruckenden Wandgemäldes „Totentanz“ aus dem 15.Jhd. Das Thema besagte: ob arm oder reich, alle müssen sterben. Die flämischen Tapisserien aus dem 16.Jhd. waren leider noch nicht wieder aus der Restauration zurück.

Auf unserer schon heimwärts gerichteten Fahrt machten wir kurz für eine Mittagspause in Lyon am Rande der Altstadt Halt. Die schönen Innenhöfe und Durchgänge dort weckten bei vielen Mitreisenden Lust, wieder mal – dann mit mehr Zeit – zu kommen.

Aber wir mussten heute noch Besancon kommen, um dort am Abend unser Hotel zu beziehen.


20.6.

Der Rückreisetag war wieder mal viel zu schnell gekommen! Aber ein Höhepunkt erwartete uns noch: die königliche Saline in Arc-et-Senans. Diese ehemalige „Manufaktur“ zur Salzgewinnung gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Claude-Nicolas Ledoux wollte 1779 hier eine ideale Fabrikstadt im Geiste des Aufklärung errichten. Die Französische Revolution verhinderte die Vollendung seines Plans. Heute kommt man durch einen Portalbau in einen halbkreisförmigen Hof mit Pavillons, Stallungen und Schaugärten, der von einer Mauer umschlossen ist. Ausstellungen, Seminarräume und ein Hotel sind der Neuzeit angepasst.

Unterwegs in Karlsruhe am HBF setzten wir zur Weiterfahrt nach Bonn Frau Dr. Peters ab, nachdem wir uns nochmal überschwänglich bei ihr bedankt hatten, und sie versprechen musste, uns erneut zu unserer nächsten Reise 2020 an die Loire zu begleiten.

Pünktlich um 20 Uhr erreichten wir nach einer zügigen Fahrt die Fuchsenwiese: unsere wunderschöne Sommerreise 2019 war zu Ende.

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Sarlat-la-Caneda
 
 
 

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