GESELLSCHAFT HARMONIE

zu BAMBERG

Gesellschaft Harmonie Bamberg Logo

Reise der Gesellschaft Harmonie Bamberg vom 18.05 - 27.05.2022

Reiseeindrücke von Dr.Anne Hüther-Franckenberg und Dr.Rainer Franckenberg

18.5.2022

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“ mit dieser Wahrheit ging es um 5 Uhr früh gen France. Albert Spörlein mit seinem roten Bus brachte uns 43 Harmonisten erst mal nach Mainz zum Bahnhof, wo wir unsere kompetente und beliebte Reiseführerin Frau Dr. Peters abholten. Nach kleinen Pausen mit Wienerle und Nußstängelchen zur Stärkung und anderen Bedürfnissen kamen wir gegen 15 Uhr bei sommerlichen Temperaturen in der Kunststadt Troyes mit ihren typischen Fachwerkhäusern, engen Gassen, Patrizierhäusern und Kirchen an.

Unsere ersten Schritte führten uns in die Stiftskirche St. Urbain – ein Meisterwerk der Hochgotik - die Papst Urban IV erbauen ließ. Seine Reliquien sind dort im Chor bestattet. Die Wasserspeier und vor allem das Tympanon mit dem jüngsten Gericht erweckten unsere Bewunderung. Die schönen Grisaille-Fenster und die Darstellung der Jesse Wurzel, dann die „Madonna mit der Weintraube“ waren echte Hingucker im Innenraum.

Als nächstes besichtigten wir die Kathedrale St.-Pierre-et-St.-Paul mit ihren beeindruckenden Ausmaßen. Eine fünfschiffige Basilika Minor mit Chorumgang und Kapellenkranz. Glasfenster aus dem 13., 15. und 16. Jh. - auch in den Untergaden - und die wunderschönen Fensterrosen, strahlten eine intensive Helligkeit aus, die uns in Erinnerung bleiben wird. Eine besondere Darstellung in einem der Fenster war Christus in der Kelter.

Nach dem Einchecken ins Hotel gab es ein köstliches Steak im „Hippoptamus“, wo uns Joffre flink bediente und mit seinem Selbstdarstellungstalent unsere Müdigkeit vergessen ließ.

.

Saint-Urban--Troyes
Cathedral-Saint-Pierre-et-Saint-Paul

.

19.05.2022

Nach einem schönen Frühstück auf der Terrasse – viele wollten gar nicht mehr weiter - ging es nach Tours, dem Zentrum des „ Tals der Könige“. In der Stadt mit den zwei alten Stadtkernen haben wir uns zuerst auf der Place Plumereau für den Nachmittag gestärkt.

Die Kathedrale St.-Etienne mit der schmalen gotischen Fassade und ihrem meisterhaften Flamboyantschmuck barg im Inneren wieder überwältigende Bleiglasfenster aus dem 13., 14., 15. Jh. In der Apsis illustrieren sie das Leben von Heiligen und Bischöfen, die Erschaffung der Welt und das Leiden Christi. Auch konnten wir ganz moderne Glasmalereien von Gérard Colin-Thiébaut ausmachen, der gekonnt in seinem Werk die Farben der mittelalterlichen Rosette aufnimmt. Am Marmorgrabmal der Söhne von Anne de Bretagne und Charles VIII wies uns Frau Dr. Peters auf die großartige Fertigung der Skulpturen in Frankreich im Stil der italienischen Renaissance hin. Auf der zweiten Etage des übriggebliebenen Kreuzgangs hatten wir einen ungewöhnlichen Blick auf die gotischen Streben des Chores, der uns auch zu einem Gruppenbild animierte. Wer noch Informationen aufnehmen konnte, ging mit ins Musée des Beaux-Arts, dem ehemaligen Palast des Erzbischofs. Die riesige Libanonzeder davor spendete uns wohltuenden Schatten.

Das Hotel Hampton blieb für sieben Tage unser Quartier. Ein gutes Menü wartete um 19 Uhr im benachbarten Restaurant auf uns. Wir ließen den Tag mit einem nächtlichen Gang am romantischen Loire Ufer direkt vor dem Hotel ausklingen.

.

Cathedrale-Saint-Gatien Tours
Abends an der Loire

.

20.05.2022

Unser Bus brachte uns heute in das kleine Dörfchen Nouans-Les-Fontaines, wo wir in der Kirche St.-Martin vor der berühmten Pietá von Jean Fouquet – einem bedeutenden Künstler zwischen Spätgotik und Frührenaissance - standen. Wir entdeckten mit unserer Frau Dr. Peters die“ Stofflichkeit“ dieses großformatigen Altarbildes, d.h. die gemalten Figuren wirkten so, als könnte man sie anfassen.

Durch häufige Schilder mit „Route Barrèe“ umgeleitet, schaffte es Albert mit einem gekonnten Wendemanöver, unser nächstes Ziel die Chapelle Saint-Jean anzusteuern. Mitten in einer Wiese lag sie in der Nähe der ehemaligen Kartause von Liget. Im überkuppelten Rundbau entdeckten wir fantastische Fresken u.a. die Darstellung des Marientodes, in der Marias Seele als Kind von Christus in den Himmel geleitet wurde.

Um zu unserem nächsten Ziel - eine Ziegenkäseverkostung - zu gelangen, wurde sogar für den Bus eine Baustelle aufgehoben – Freitagnachmittag?

500 Ziegen und fast so viele Fliegen begrüßten uns in der Ziegenkäserei Gaec Limouzin. Nach einem Rundgang durch den Stall mit Streicheleinheiten und Erklärungen durften wir die leckeren Produkte probieren. St. Maure Käse, Frischkäse, Joghurt, auch Rillette und Wein – köstlich!

Gestärkt fuhren wir weiter nach Loches, wo wir die Cité Royale aufsuchten. Diese Festung auf einem Bergsporn wird von einem 2km langen Mauerring umgeben und ist damit eine Stadt in der Stadt. Der mächtige Donjon im Süden zog sofort aller Blicke auf sich. Sowohl seine Höhe als auch seine unterirdischen Verliese, in denen einst hochrangige politische Häftlinge eingesperrt wurden, beeindruckten uns sehr.

Die ehemalige Stiftskirche St. Ours fiel durch ihre interessante Silhouette auf: zwei hohe Außentürme, die zwei niedrige pyramidenartige Türme begrenzen. Auf dem Skulpturenschmuck über dem Portal konnten wir fantastische Tier-und Fabelwesen erkennen. Das Grabmal von Agnès Sorel, der Mätresse Karls VII, zeigt selbst noch in Stein ihre Schönheit.

Dem Donjon gegenüber liegt der Logis Royal , ein Wohnschloß (14.-16. Jhd.), in dem Karl VII mit Agnès Sorel, seiner Geliebten lebte. Dort traf er auch Johanna von Orléans. Karl VIII und Ludwig XII erweiterten den Bau, Anne de Bretagne schließlich ließ die wunderschöne Hauskapelle im gotischen Flamboyantstil mit ihrem Wappenzeichen an den Wänden, den Hermelinschwänzen und den Knotenstricken des Heiligen Franziskus, errichten.

Ein Verkehrsunfall auf dem Heimweg verzögerte unsere Rückkehr um eine Stunde, aber Frau Dr. Peters vertrieb uns die Zeit mit Vorlesen und das Hotelessen wartete auf die hungrigen Gäste.

 

.

Chateau Cite Royale
Loches Cite Royale
Pieta de Fouquet
Ziegen-Käserei Gaec-Limouzin
Saint-Ours Cite Royale
Kein Weg zu eng ....
Chapelle Saint Jean
 

.

21.05.2022

Heute besichtigten wir zum ersten Mal ein richtiges Schloss: Château d ‘Azay-le-Rideau. Durch eine Allee aus Säuleneichen näherten wir uns dem kleinen Renaissance - Schlösschen, das zauberhaft von einem Wasserwall umgeben in einem Landschaftspark nach englischem Vorbild liegt und über eine Brücke zu erreichen war. Schon Balzac lobte die klaren Proportionen, die vollkommene Harmonie und verglich es mit einem geschliffenen Diamanten. Das Treppenhaus mit dem immer wiederkehrenden Emblem von Franz I - einem Salamander - und dem Hermelin der Claude de France war für das 16.Jh. etwas ganz Neues: keine Spindeltreppe, sondern ein geradläufiger Verlauf mit Umkehrpodesten. Wir hätten uns gut vorstellen können, das Schlösschen selbst zu bewohnen.

Weiter ging die Fahrt nach Chinon, einem mittelalterlichen Städtchen mit einer mächtigen Festung. Hier stillten wir erst einmal unseren Hunger, bevor es mit dem Aufzug in den oberen Teil der Stadt ging, wo der Bus auf uns wartete, um uns ein wenig näher an die Chapelle Saint-Radegonde zu bringen. Nach einem kurzen Abstieg standen wir davor. Eine nette Französin mit einem großen Sonnenhut brachte uns den Schlüssel zu dieser in den Fels gehauenen Kapelle, in der im 6.Jh. ein Eremit lebte. 1964 wurde hier ein herrliches Fresko aus dem 13.Jh. entdeckt: fünf lebhaft dargestellte Reiter auf der Jagd. Vielleicht stellen zwei von ihnen Eleonore von Aquitanien und ihren Sohn Johann Ohneland dar.

Ein Highlight versprach die kleine Dorfkirche St. Nicholas mit ihren Fresken aus dem 12.Jh., die wir in Tavant anschließend noch besuchten: in der Apsis Kalotte die leicht beschädigte „ Majestas Domini“ mit den Evangelisten, Symbolen und Engeln, im Tonnengewölbe selbst Szenen aus der Kindheit Christi. Aber die eigentliche Sehenswürdigkeit entdeckten wir in der Krypta: in diesem winzigen Raum – wir konnten nur in kleineren Gruppen hinein - trugen acht gedrungene Säulen ein massiges Gewölbe, das mit besterhaltenen und eigenwilligsten Wandmalereien der französischen Romanik verziert war. Die expressiven Darstellungen auf weißem Putz zeigen flott gemalte Figuren aus der Bibel (z.B. Adam und Eva bei der Arbeit, Kreuzabnahme), Heilige, Themen aus der Kosmologie

(Atlanten) und Allegorie (Laster). Ihre Anordnung scheint willkürlich, Ergebnis persönlicher Wünsche der Auftraggeber?

(Eine kleine Episode am Rande des heutigen Abends in unserem Hotelrestaurant: beliebte Weine waren bereits von den Harmonisten leer getrunken und die neue Lieferung des Restaurants wurde erst für Montag erwartet!)

 

.

Fresken in Chapelle Sainte Radegonde
Chapelle Sainte Radegonde

.

22.05.2022

Heute steuerten wir Langeais mit seinem Schloss von 1465 an, das durch die Heirat von Karl VIII mit Anne de Bretagne berühmt wurde; dadurch kam die Bretagne zu Frankreich. Mitten im Ort gelegen erreicht man das Schloss über eine Zugbrücke. Ein viereckiger Mauermantel mit drei mächtigen Rundtürmen umgibt es. Der letzte Besitzer (1886) – Monsieur Siegfried - legte großen Wert auf eine originalgetreue Wiederherstellung der Inneneinrichtung wie man sie zur Bauzeit gehabt hatte. Neben Möbeln, Wandvertäfelungen und Fußbodenfliesen waren die kostbaren Tapisserien eine Augenweide.

Zu unserem Besuch war gerade Markttag in Langeais. Ein Bummel mit kleinen Einkäufen musste sein! Herrlich diese Auslagen von allem was Herz und Magen begehren. Erinnerung an grauenvolle Zeiten wurde durch den Eisenbahnwaggon am Bahnhof geweckt, als Deportationen im 2. Weltkrieg zum Alltag gehörten.

Hungrig geworden brachte uns Albert auf eine einsam gelegene“ ferme“ aus dem 17. Jh., wo wir in einem urigen Saal aufs Feinste verköstigt wurden – kalte Gemüsesuppe, (Rezept leider Küchengeheimnis), gebratener Entenschlegel und Tarte Tartin!

Gut gestärkt gelangten wir zu den im 20.Jh im Geiste der Renaissance angelegten Gärten von Villandry. Trotz der heißen Nachmittagstemperatur war jeder entzückt von der Anlage, die von oben wie gestickt wirkte. Ursprünglich sollten die Ammen aus dem Fenster blickend ihre Freude daran haben. Auf drei Ebenen liegen Ziergarten, Wassergarten und Gemüsegarten. Selbst der Gemüsegarten ähnelte eher einem Blumenbeet. Im angrenzenden Shop konnte man dann noch dies und das für den Garten erstehen.

Zurück in Tours suchte sich diesmal jeder selbst ein nettes Lokal für das Abendessen, immer das angekündigte aufziehende Gewitter im Blick.

.

Chateaux Langeais
Gärten - Chateaux Villandry

.

23.05.2022

Regen trommelte an unser Fenster, der Blick auf die Loire war trüb. Trotzdem machten wir uns optimistisch mit Schirm nach Chaumont-sur-Loire auf. Nicht das trutzige Schloss auf schroffem Felsen hoch über der Loire war unser Ziel, sondern die modernen Gartenanlagen im Schlosspark, die Künstler jedes Jahr im Rahmen des „Festival international des Jardins“ kreieren. Als Idee für den eigenen Garten eher nicht zu gebrauchen.

Weiter ging unsere Fahrt entlang der Loire nach Chambord, dem größten und majestätischen Loire - Schloss. Franz I. begann hier auf morastigem Boden mit dem Bauprojekt - die Idee eines Jagdschlosses in der Sologne -, das sein Sohn Heinrich II weiter führte, aber nicht vollenden konnte. Prominente Bewohner waren auch Ludwig XIV, Stanislas Leszczýnski , der vertriebene polnische König, und Maurice de Sax , ein unehelicher Sohn von August dem Starken.

Symmetrisch gruppiert sich um einen dreigeschossigen Donjon der quadratische Grundriss. Die architektonische Besonderheit ist die zentrale durchbrochene Treppe mit zwei ineinander gewendelten Läufen – unsere beiden Gruppen sahen sich, aber trafen nie zusammen – höchstwahrscheinlich von Leonardo da Vinci – mit anschließenden riesigen Sälen in den einzelnen Geschossen. Sie endet in der prunkvollen Laterne auf der Dachterrasse mit einer Vielzahl von Kaminen und Türmchen. Unser Blick von hier reichte weit.

Das Château Royal de Blois sollte die letzte Besichtigung unseres heutigen Tages sein. In der Nähe erkannten wir eine auffallend ungleichmäßig gegliederte Fassade der Loggien. Diese Schlossanlage ist eigentlich vier Schlösser, was man an Hand der Architektur gut erkennen kann: der Flügel Ludwigs XII, lebensgroße Figur zu Pferd über dem Portal, in der spätesten Form der Gotik, der älteste Gebäudeteil mit dem Salle des États 13.Jh., der Flügel Franz I. im Renaissance-Stil mit dem berühmten achteckigen Treppenturm und der Flügel Gaston d’Orléans in französischer Klassik. In dem nächtlichen Son et Lumières Spektakel - eingeleitet durch einen über die Fassade wandernden Salamander - erfuhren wir in fantastischen Bildern von Jean d’Arc und dem Mord an dem Herzog von Guise.

Doch vorher zog auf der Place du Château das Maison Magie unsere Blicke auf sich, denn mit Getöse züngelten dort Drachenköpfe mit rotglühenden Augen aus den Fenstern. Auch für unseren Hunger wurde trotz anfänglicher Schwierigkeiten vorzüglich gesorgt. Im anvisierten Restaurant hatten sie nämlich die Woche verwechselt. Doch Herr Söder und der Gastronom konnten alles in Lichtgeschwindigkeit lösen, ohne dass wir von dem Stress etwas mitbekamen.

Nach Mitternacht lagen wir mit vielen tollen Eindrücken im Bett in unserem Hotel in Tours.

 

.

Chateaux Chambord
Son et lumiere
Son et lumiere
Chateaux Royale de Blois
In den Gärten von Chaumont
 

.

24.05.2022

Heute blieben wir am Vormittag in Tours und konnten mit Frau Dr. Peters eine Visite der alten und neuen Martinskirche unternehmen. Von der alten Martinsbasilika, stehen nur noch zwei Türme, die aber schon die ehemaligen Ausmaße dieser Pilgerkirche – sie war das größte Gotteshaus im 13. Jh. - auf dem Weg nach Santiago de Compostela ahnen lassen. Die heutige Rue des Halles verläuft auf dem einstigen Chor und Langhaus. Über dem Martinsgrab entstand Ende des 19. Jh. eine neue viel kleinere Basilika in romanisch-byzantinischem Stil von dem Architekten Laloux, der auch das Musée d’Orsay entworfen hat.

Um 13 Uhr fuhren wir dann los zu unserem schon traditionellen Picknick mit Köstlichkeiten aus der Region, die liebevoll auf einem langen Tisch aufgebaut wurden. Hier konnte man den gesegneten Appetit der Harmonie erleben.

Gut gesättigt ging es weiter zum Château de Chenonceau, dem sogenannten Schloss der Frauen. Berühmte Bewohnerinnen waren u.a. Diane de Poitiers, der es Heinrich II. schenkte, Katharina von Medici nahm es ihr nach dem Tod Heinrichs weg und vererbte es Louise de Vaudémont. In dieses Meisterwerk der französischen Renaissance verliebten wir uns alle. Über eine Parkallee näherten wir uns dem Schloss mit seinen Wassergräben direkt an und dem Brückenbau in den Cher. In den Brückenpfeilern versteckte sich die Küche. Die herrlichen Blumenarrangements in jedem Saal begeisterten nicht nur die Fotografen.

Auf dem Rückweg zum Bus konnten wir durch den Garten der Diane de Poitiers, dem Garten der Katharina von Medici, dem grünen Garten, dem Garten Russell Page, dem Blumen-und Gemüsegarten, einem Labyrinth und einem Gutshof aus dem 16.Jh. schlendern.

Wieder war ein herrlicher Tag zu Ende.

.

Chateaux de Chenonceau
Tours
Tours

.

25.05.2022

Eine Crémant-Probe bei Ackermann in dem wunderschönen Städtchen Saumur wollten wir heute als erstes genießen. An den Ufern der Loire in ihrer ursprünglichen Schönheit mit wildbewachsenen Inseln oder trockenen Sandbänken fuhren wir zu den in Tuffstein geschlagenen Caves. Hier erwartete uns ein kleiner Rundgang mit Führung und Film. Zudem sind die Kellergewölbe Ausstellungsraum für moderne Kunst, eine Japanerin hatte z.B. teilweise die Deckengewölbe mit fantastischen Bildern bemalt.

Hungrig geworden von Alkohol und Kunst kehrten wir danach in einem table de caractère mit leckerem Essen ein. Es blieb kurz Zeit für ein schönes Foto vom Château Saumur, das eher einer gotischen Burg hoch über der Loire ähnelte, bevor wir zur Fontevraud-l’Abbaye gelangten. Dieser Klosterkomplex wurde 1099 auf einer Einsiedelei gegründet und obwohl er während der französischen Revolution stark zerstört worden ist und bis 1963 als Gefängnis diente, zählt er zu den umfangreichsten seiner Art. Heute fungiert es als Centre Culturel del’Ouest. In der romanischen Abteikirche stießen wir auf die Grablege von Heinrich II. Plantagenêt, Eleonore von Aquitanien, Richard Löwenherz und Isabella von Angoulême mit ihren überlebensgroßen Figuren darauf. Zum Kapitelsaal gelangten wir durch ein kostbar verziertes Renaissance Portal. Hier entdeckten wir Wandmalereien mit der Passion Christi , in denen sich bei Renovierungsarbeiten Äbtissinnen des Klosters dazu malen ließen. Das berühmteste Gebäude war die romanische Küche, ein abseits gelegener Rundbau aus Stein. Zahlreiche Abzugsrohre sorgten für sichere Feuerstellen, als man im 12.Jh. täglich für 500 Personen kochen musste.

Zügig ging es dann zurück, morgen mussten ja die Koffer wieder gepackt sein. Unser Aufenthalt in Tours war zu Ende.

.

Abbaye Royale de Fontefraud
Grablege in der Abteikirche
Im Chateaux Chenonceau
Nach der Cremantprobe
Sektkellerei Ackermann
Chateaux Saumur

.

26.05.2022

Um 8 Uhr saßen wir im Bus nach Auxerre, der Départementshauptstadt an der Yonne. Ihre Gründung geht auf die Römer zurück. Nach einer Mittagspause besuchten wir die gotische Kathedrale mit dem beachtenswerten Skulpturenschmuck an der Westfassade, Bildergeschichten aus der Renaissance wie z.B. die Erschaffung der Erde oder der „Spanner“ David verliebt sich in Batseba. Im Innenraum fielen die in Blau und Rot gehaltenen Glasmalereien auf, einer der schönsten Zyklen Frankreichs aus dem 13.Jh. u.a. mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte.

Weiter ging unsere Fahrt nach Châlons-en-Champagne, unserem Übernachtungsziel. Dort erwartete uns ein Dinner der Spitzenklasse im Restaurant JERÔME FECK. Lukullisch der Höhepunkt unserer Reise. Wir dankten Frau Dr. Peters für ihre so hochwertigen Führungen, Erklärungen und Beiträge, die sie scheinbar ohne Ermüdungszeichen immer parat hatte.

.

Gala-Diner am letzten Abend
Auxerre mit Kathedrale
Auxerre an der Yonne

.

27.05.2022

Heute lautete die Devise, 600 km ohne Kunst und Kultur nach Hause bewältigen. Nach einem wunderbaren Frühstück fuhren wir zügig erst nach Saarbrücken, um Frau Dr. Peters zum Zug zu bringen, und dann mit etlichen Pausen zur Fuchsenwiese nach Bamberg. Unser Großer Dank galt nach diesen schönen erlebnisvollen Tagen unserem Vorsitzenden, Herrn Söder, der alles so wunderbar geplant hatte und auch seiner Frau, die für alle großen und kleinen Kümmernisse stets eine Ansprechpartnerin war. Herzlich bedankten wir uns auch bei Albert, der uns sicher und kompetent durch die Lande brachte und für viele Annehmlichkeiten während der Reise sorgte. Wir alle werden noch lange von dieser Fahrt schwärmen.

.

Rastpause zwischen LKW

.

.

Login  ⋅  Kontakt  ⋅  Datenschutz  ⋅  Impressum