GESELLSCHAFT HARMONIE

zu BAMBERG

Fahrt nach Flandern

Reisebericht mit der Gesellschaft der Harmonie nach Belgien/Flandern 

vom Mittwoch 3.6. – Samstag 10.6.2026

Mittwoch 3.6.26

7.00 Uhr Abfahrt aus Bamberg mit 23 „Harmonisten“ in einem komfortablen Bus der Firma Spörlein mit ‚unserem Busfahrer‘ Albert Spörlein.- In Siegburg nahmen wir unsere, inzwischen gut bekannte Reisführerin, Frau Dr. Elisabeth Peters, auf. Unter ihrer Führung besuchten wir kurz hinter der Grenze, in DIEST, den ersten Beginenhof. Beginen sind Frauen, die sich in klosterähnlichen Laiengemeinschaften zusammentaten, vermutlich ab dem frühen 13.Jh. Gegen Abend konnten wir unser zentral gelegenes Hotel VÉ in MECHELEN beziehen.

Donnerstag, 4.6.26

Stadtspaziergang durch das schöne Städtchen Mechelen bei sehr gemischtem Wetter mit anschließendem Besuch der Tapisserie De WIT, wo wir bei einer excellenten Führung mit alten Tapisserien, deren Altersdifferenzierung und deren Herstellung vertraut gemacht wurden. Die Firma De Wit beschäftigt sich jetzt vorwiegend mit dem An- und Verkauf von Wandteppichen und deren Reinigung, wobei die Familie ein Patent für die Reinigung derselben entwickelt hat. Nach einer kurzen Mittagspause im Bus ging es weiter nach Sint-Katelijne-Waver, um dort ein ehemaliges Mädchenpensionat der Ursulinen aus dem frühen 20. Jhdt. zu besuchen: in wahrhaft besuchenswertes Gebäude mit einem Wintergarten im Art Déco Stil, das heute weiterhin als öffentliche weiterführende Schule mit mittlerweile 1800 Schülerinnen und Schülern geführt wird.

Freitag, 5.6.26

Antwerpen: Per Pedes ging es vom Busparkplatz an der Kathedrale und am Rathaus vorbei zum Museum Plantin-Moretus, ein Renaissance Palais der Familie Moretus, die eng mit dem Maler Rubens befreundet waren, weshalb dort einige Portraits der Familie, von Rubens gemalt, hängen. Das Museum gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und beherbergt die ältesten Buchdruckmaschinen mit den unterschiedlichsten sprachlichen Alphabeten für die Drucksetzung.   – Nachmittags besichtigten wir die St. Karl- Borromäuskirche und anschließend das Snijder& Rockox-Haus, wo wir in beiden Gemälde von Rubens bewundern konnten.

 

Samstag, 6.6.26   

Löwen/ Leuven

Besuch mit Führung durch die Universitätsbibliothek, die im 1. Weltkrieg zum größten Teil verbrannt aber anschl. wiederaufgebaut wurde. Vom Turm aus hatten, die Wenigen, die hochgestiegen waren, einen schönen Ausblick auf die Stadt.   Die Pieterskirk ließen wir ebenfalls nicht aus und bewunderten dort das Altarbild von Dirk Bouts und die für Flandern typische und sehr naturalistisch gestaltete Kanzel aus Holz. – Am Nachmittag stand die Besichtigung mit Führung durch die Abtei der Prämonstratenser in Abdij van Park auf dem Plan, wo wir besonders von den plastischen Decken-Stuckarbeiten beeindruckt waren. In der kleine Abteibrauerei, die wir zum Schluss besuchten, klang, bei einer Bierverkostung der Tag ganz entspannt aus.   

Sonntag, 7.6.26       

Mechelen: Ein besonderes Highlight stand heute auf dem Programm: der Besuch der Glockenspielschule mit einem Glockenspiel/Carillon in fast 100 m Höhe auf dem Turm der Kathedrale. Der Carilloneur leitete uns ganz selbstverständlich die 480 Stufen in den Glockenturm hinauf, um uns dort mit seinen Händen, Fäustenund Füßen das Glockenspiel zu demonstrieren. Der anschließende „erhabene“ Blick über die Stadt, tat sein Übriges uns zu beflügeln, wieder locker abzusteigen!   Nachmittags führte uns Frau Peters durch einen weiteren Teil der Stadt, zu den Palästen der Margarete von York und der Margarete von Österreich, Statthalterin im frühen 16. Jhdt der Niederlande  sowie zu weiteren Kirchen mit flämischer Malerei. Wer daran kein Interesse hatte, verbrachte die Zeit nach eigenem Belieben.

Nach einem mit etwas Aufregungen verbundenen, aber sehr guten Abendessen, wieder in einer anderen Gaststätte, verbrachten wir die letzte Nacht in Mechelen. 

Montag, 8.6.26     

Weiterfahrt nach Brügge über Gent: Hier bestaunten wir bei unserem Stadtspaziergang neben der Jakobskirche die Fassaden der früheren Zunfthäuser, teils alt, teils historistisch wieder aufgebaut, am ehemaligen alten Hafen, zwischen Korelei und Graslei.   Beim Mittagessen in einer ehemaligen Franziskanerkirche lernten wir das Sozialprojekt „Parnassus“ kennen; dort erhalten arbeitslose bzw. bedürftige Menschen  ein Mittagessen entweder umsonst oder für 7,00€, während „normalsituierte“ Leute 16,00 € zahlen, womit wiederum ein Teil der Mahlzeiten finanziert wird.- Der Höhepunkt am Nachmittag war natürlich der Genter Altar von van Eyck in der Sint-Baafs-Kathedrale! 

Abends Hotelbezug in Brügge „Radisson“

Dienstag, 9.6.26     

Brügge: Spaziergang durch den Minnewaterpark zum Sint-Janshospital. Dieser mittelalterliche Krankenhauskomplex zeugt von 900 Jahre Pflegegeschichte, religiöser Kunst und medizinischer Tradition: hier wurden über Jahrhunderte Kranke, Arme, Pilger und Reisende aufgenommen und es entstanden Kunstwerke, die zu den wichtigsten Schätzen Brügges gehören, so die Memling-Sammlung mit dem Ursulinenschrein und eine alte Apotheke. Nachmittags besuchten wir die Liebfrauenkirche und vor allem das Gruuthehusemuseum.  Auf dem Rückweg kamen wir am Marktplatz mit einem Belfort vorbei und natürlich an vielen Schokolaterien vorbei und passierten einen weiteren Beginenhof.

Mittwoch,10.6.26

Oostende: Heute begleitete uns viel Wind und einmal strahlender Sonnenschein, passend zu dem ehemaligen königlichen Seebad. Das Ensorhaus des Malers Victor Ensor stand als erstes auf dem Plan, und beeindruckte durch die vielseitige, informative Art der Darstellung. Mittags war ein kleiner Strandspaziergang möglich. – Nachmittags holte uns das  Kriegsgeschehen des 1. Weltkrieges ein, da wir den Soldatenfriedhof in Vladslo besuchten, wo neben tausenden verstorbener Soldaten auch der Sohn Peter von Käthe Kollwitz ruht. Sie errichtete ein Memorial für ihn und all die anderen gefallenen Soldaten. Vor allem im 1. Weltkrieg war Flandern bekanntermaßen Schauplatz für den dramatischen Stellungskrieg mit unzähligen Toten. – Deshalb besuchten wir zum Abendessen das hübsche, wiederaufgebaute Städtchen Ypern, - im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört-, das an jedem Abend um 20.00 Uhr mit „The Last Post“, einem kurzen Trompetensolo, an die vielen Gefallenen erinnert.

Donnerstag, 11.6.26

Tournai:  Die gotische Kathedrale Notre-Dame, wohl bedeutendster und ältester Sakralbau Belgiens, zum Welterbe gehörend, stand heute auf unserem Plan. Die Besichtigung war etwas eingeschränkt, da sie momentan restauriert wird.- An weiteren Baustellen vorbei marschierten wir zum Musee des Beaux Arts, nach einem Entwurf des Jugendstilarchitekten Victor Horta – von oben dem Aussehen einer Schildkröte ähnelnd, wo wir Gemälde von Manet und Monet und anderen Impressionisten bewundern konnten. In Kortrijk sahen wir neben einem weiteren, wieder etwas anders gestalteten Beginenhof, in der Liebfrauenkirche mit Grafenkapelle auch das Gemälde „Die Kreuzaufrichtung“ von van Dyck, und wurden dort an die Sporenschlacht von 1302 erinnert.

Freitag,12.6.26

Brügge: Vormittags besuchten wir das Groeningemuseums, mit den flämisch mittelalterlichen Künstlern, van Eyck, van Dyck, Rogier van der Weiden, Hans Memling und Hieronymus Bosch! – Anschließend gingen wir über den Fischmarkt zum gotischen Rathaus und in die Kapelle zum „Heiligen Blut“. Nach der Mittagspause liefen wir zur Adornes Domein, mit der Jeruzalemkapelle mit der nachgebildeten Grablege Jesus aus Jerusalem, die von der Familie Adornes in Auftrag gegeben wurde und seit mehr als 700 Jahren bis heute als Kirche genutzt wird und von dieser Adelsfamilie betreut wird. Dort hatten wir eine sehr empathische Führung, die mit einer auf deutsch, in Versform vorgetragenen Moritat, die vom Leben von Anselm Adornes 1424 -1483, Kaufmann, Mäzen, Diplomat, Reisender und Pilger, einem der wichtigsten Vertreter der Familie Adornes, endete. Sehr berührend. – Die den Besuch in Brügge schließende  Schifffahrt auf dem Kanal nach Damme war für uns Alle eine wunderbare Entspannung nach der doch etwas physischen und mentalen Anstrengung der letzten Tage.

Samstag, 13.6.26

8.00 Abfahrt mit „unserem Spörleinbus“ aus Brügge.  Wieder in Siegburg, noch nach einem fränkischen Mittagessen mit Wienerla, Brot und Senf, ließen wir Frau Dr. Peters von Bord. Sie war, wie immer genial, voller Wissen mit Redelust bei wunderbarer Rhetorik. – Um 18.00 Uhr setzte uns Albert Spörlein, sicher und keine Mühe scheuend, am Parkplatz Fuchsenwiese ab.

Für mich war es eine wunderbare, informative, bereichernde Reise mit lieben Menschen!

E.B.S.

 

 

                                                                                                                                             

 

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